Sonderausstellung “Monument-Aufnahme!” Fotografien aus dem Westharzer Bergbau 1875–1989

Ausstellung im Museum & Besucherbergwerk Weltkulturerbe Rammelsberg (16. April - 01.November.2015)

Am 16. April wurde im Beisein von über 70 Gästen die diesjährige Sonderausstellung "Mo(nu)ment Aufnahme – Fotografien aus dem Westharzer Bergbau 1875–1989" eröffnet. Sie zeigt in neun Räumen ausgesuchte Schlaglichter aus der historischen Entwicklung der Bergwerksfotografie im Westharz.

Der Zeitraum vom letzten Drittel des 19. Jahrhunderts bis 1989 überspannt die erste Hochphase der Analogfotografie bis zu ihrem Untergang Ende der 1980er Jahre. Einen Schwerpunkt bilden die Fotos von Manfred Hamm, die er 1989 als einer der letzten Vertreter im Westharz Bergwerke mit analoger Technik fotografiert hat. Ein Teil dieser Bilder wurde neben weiteren Fotos industrieller Architektur von ihm 1990 in der Publikation "Niedersachsen und Bremen Denkmale der Industrie und Technik" veröffentlicht.

Neben den Bildern von Hamm geht die Ausstellung zurück zu den Anfängen der Fotografie und zeigt Aufnahmen von Harzer Bergwerken des Vater-Sohn-Duos Friedrich (1827-1909) und William Zirkler (1869-1928) aus Clausthal Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. In die Frühzeit der Bergwerksfotografie im Westharz fallen auch die Fotos von Bruno Baumgärtel (1874-1928). Baumgärtel war kein ausgebildeter Fotograf, sondern ein promovierter Mineraloge. Er fertigte aber im Rahmen seiner mineralogischen Arbeiten Fotos des Oberharzer Erzbergbaus unter und über Tage an. Insbesondere die Untertagebilder aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg sind einzigartige Dokumente, die unter schwierigen äußeren Bedingungen mit einer aufwendigen Fototechnik entstanden sind.
Ergänzt wird die Ausstellung um Bilder aus dem Werksarchiv der ehemaligen Preussag.

In Situationen aus den Anfängen der Atelier-Fotogrofie, Selbstinszenierungen und der Blick in das Preussag-Werksarchiv werden neben Original-Abzügen und Dokumenten auch Original-Exponate in wenigen Inszenierungen ins "rechte" Bild gerückt, um den Besuchern auch einen räumlichen, technologischen und inhaltlichen Zusammenhang zu ermöglichen.

Der Berliner Professor Sebastian Denz hat mehrer Original-Paare stereoskopischer Aufnahmen aus dem Harz bearbeitet und als Rot-Cyan-Anaglyphbilder erstmalig zusammengesetzt. So ist es nach vielen Jahrzehnten erstmalig möglich diese Motive in Ihrer Qualität in einer nie dagewesenen räumlichen Wirkung zu betrachten. Angeregt durch diese Kooperation am Ausstellungs-Projekt konnte Herr Prof. Denz dafür gewonnen werden, den Ottiliae-Schacht zu fotografieren. Das Ergebnis dieser, mit neuem und speziell angefertigtem ananlogen Stereo-Fotografie-Equipment, erzeugten Anaglyphbild, kann in der Ausstellung ebenso betrachtet werden.

 

Leistungen

Exhibition
Exponatbeschriftung
Leitsystem
Farbkonzept
Design
Konstruktion

Info

Realisation: 2015

Kunde:
Besucher-Bergwerk und Museum Rammelsberg | Goslar

Ausstellungs-Kuratoren:
Dr. Johannes Großewinkelmann
Ulrich Reiff | Goslar

Ausstellungskonzeption/
Raumkonzept:
Formverbund | Oliver Hess, Hannover

Ausstellungskonzeption/
Grafikdesign:
fischhase | Hannover

Kooperation (3D-Fotogrfie und Anaglyphbildbearbeitung)
Sebastian Denz | Berlin

Fotos:
Ralf Mohr | Hannover

Umsetzung:
Museumstechnik im Museum
Kiessling Werbung | Isernhagen
pg-lab | Hannover
kaether & weise | Lamspringe
Ludewigt | Wallenhorst