Ausstellung „Dimensionen des Welterbes“

Der Landschaftswandel im UNESCO-Welterbe, das Montanwesen, die Energie-Erzeugung, Architektur und Städtebau sind Themen dieser Ausstellung im Niedersächsischen Landtag. Sie soll auch die künftige kulturtouristische Entwicklung des Welterbes beleuchten. Die Ausstellung wurde in der Wandelhalle des Niedersächsischen Landtages gezeigt und ist seither an verschiedenen Orten im Welterbegebiet zu sehen.

Thematisch mehr zur Ausstellung hier.

Ausgangslage

Das Ausstellungsprojekt ist bei uns als Partnern für Grafik-Design und Ausstellungsarchitektur in Hannover angefragt. Auftraggeber ist die Stiftung in Goslar. Der zuständige Kurator ist an verschiedenen Standorten im Harz tätig, der Museumsleiter nicht jederzeit vor Ort. Zulieferer, die das Projekt in der Kürze der Zeit noch ermöglichen könnten, sind nur zum Teil vor Ort. Final zusammengeführt wird das Projekt im Niedersächsischen Landtag in Hannover.
Es gilt die räumlichen Gegebenheiten im Landtag, die Vorkonzeption des Museums, vorhandene Exponate und Ausstellungsbauteile einzuplanen sowie neue zu gestalten und zu planen, gleichzeitig die knappe Zeitachse in den Prozess einfliessen zu lassen und alle Beteiligten, vom Kurator bis zum Ausstellungsbauer übersichtlich und verständlich auf dem jeweils aktuellen Stand des Projektes zu halten um die Fertigstellung zum Termin sicher zu stellen. Für gemeinsame persönliche Besprechungen und Exponat-Aufmaße zwischen Auftraggeber und Designern sind nur vier Termine vorgesehen, der Rest der Kommunikation findet digital statt.

Die Grundlage für diese Kommunikation bildet die erste tabellarische Aufstellung des Kurators. Sie benennt erste Ausstellungsbereiche mit ersten Inhalten, Texten, Bilddaten, Original-Exponaten. Hieraus wird gemeinsam neben der weitergehenden Gestaltung eine Namenskonvention entwickelt. Danach sollen Exponate, deren Beschriftungen, die dazugehörigen Banner, Bauteile und Einbauten benannt werden. Es wird vereinbart, Beschriftungen, Dateinamen für Grafiken, Texturdaten etc und die Kommunikation darüber ebenso konsequent einzuhalten wie die Vergabe von Revisionsnummern für den knappen aber intensiven Entwurfsprozess.

 

Grundsätzliche Entwurfsgedanken werden mittels knapper Skizzen entwickelt. Alle weiteren Planungen und Überlegungen werden in einem virtuellen Modell erzeugt. Der zur Verfügung stehende Teilbereich des Landtages wird als Teilgebäude eingegeben.
Die Produktionszeit der Zulieferer ist extrem knapp. Für Fehlproduktionen, oder für 1:1-Bemusterungen, wie im Musealen Ausstellungsbau noch häufig angewendet, ist wenig bis kein Spielraum. Das Augenmerk liegt so auf detaillierter virtueller Planung. Hierfür werden die Ausstellungsbauten, Originalexponate vollständig als BIM-taugliche Bibliothekselemente erzeugt, komplexe Elemente in einer reduzierten dreidimensionalen Repräsentation modelliert und alle Grafikrelevanten Bauteile mit den entsprechenden Texturen in 1:1 versehen.

IDs

Neben der internen ID des CAD-Programms für BIM-Objekte und dem Objekt-Namen kann eine eigene ID vergeben werden. Mittels Etikett oder bei einer Listenauswertung kann diese genutzt werden. So wird Bauteil für Bauteil der im Projektteam gemeinsam beschlossenen Namenskonvention entsprechend benannt.

Da alle relevanten Bauteile BIM-Objekte sind, findet die Beschriftung automatisiert mittels Etiketten statt. Diese intelligenten Textobjekte können BIM-Parameter in frei wählbarer Anzahl und Auswahl darstellen und hängen an den Objekten. Sie werden in den für die Produktion und den späteren Aufbau notwendigen 2D-Zeichnungen eingeblendet.

Das 3D-Modell wird parallel zur Planung in den entsprechenden Revisionsstufen aus ArchiCAD® als gepacktes BIM-Modell ausgegeben, einer so genannten BIMx-Datei. Mittels Viewer kann diese Datei auf verschiedenen Endgeräten betrachtet und ,unabhängig von CAD-Programm und Architekt, virtuell begangen werden. Bestimmte BIM-Parameter der Objekte und Bauteile werden an die BIMx-Datei von ArchiCAD® übergeben wie Name, Maße, ID und Kommentare. Der Betrachter kann sich also nicht nur im virtuellen Raum bewegen sondern sich mittels Click auf ein einzelnes BIM-Objekt dessen BIM-Infos anzeigen lassen.

Das Überblenden mit Zeichnungen und das Schneiden des Modells in Echtzeit innerhalb der BIMx-Datei erlaubt es auch den Zulieferern bei Fragen neben den Zeichnungen das Modell als Referenz hinzuzuziehen.   

 

 

Überblick

Um einen Überblick entsprechend der einzelnen Ausstellungs-Situationen zu ermöglichen werden im Vorfeld innerhalb der CAD-Datei Kamerastandpunkte festgelegt und beim Export in die BIMx-Datei übergeben.

Grundrisse, Schnitte, Ansichten perspektivische Renderings leiten sich jeweils aus dem Virtuellen Modell ab. Sie werden auf Layouts platziert. Daten der Grafikdesigner als 2D-PDF oder Bilddaten werden zusätzlich integriert.
Die Abstimmung zwischen Grafikdesign, Ausstellungsarchitektur, Produktion und Kurator erfolgte schnell und nahezu reibungslos. Die jeweilige Design-Intention, von der Ausstellungsgrafik über die Wirkung von Sichtachsen bis hin zur Überprüfung von Größenverhältnissen der Einbauten konnten so hinreichend erörtert werden. Der noch vor kurzer Zeit notwendige Modellbau für solche Abstimmungen wurde virtuell durchgeführt. Das Gebäudemodell als 3D-Referenz im BIMx-Format dient neben den 2D-Grafikdaten der Freigabe durch den Kurator.

Die tatsächliche Ausführung der Ausstellung wurde nach dem ersten Aufbau im Niedersächsischen Landtag im 3D-Modell nachgeführt und als aktualisierte BIMx-Datei zur Dokumentation übergeben.

Der Kurator zur Zusammenarbeit und der Verwendung BIM-Orientierter Planungs und Darstellungsmethoden.

„…….Die Wanderausstellung "Dimensionen des Welterbes" der Stiftung UNESCO-Welterbe | Harz entstand im Frühjahr 2013 in extrem kurzer Vorlaufzeit von kaum drei Monaten. Oliver Hess vom Büro FormVerbund für das Ausstellungsdesign und Ina Frey von der Firma FischHase für das Grafikdesign waren von Beginn an in die inhaltlich-didaktische Konzeption des Kurators der Welterbestiftung einbezogen. Allein der Auftakt im Foyer des Niedersächsischen Landtags in Hannover setzte allerhöchste Qualitätsansprüche, der die Ausstellung mehr als gerecht wurde.
Unter enormem Produktionsdruck war das Ziel nur durch engste konzeptionelle Abstimmung und vertrauensvolle Kooperation zu erreichen. In den kreativen Prozess brachte Herr Hess…. BIMx ein. Es ermöglichte dem wissenschaftlichen Kurator Original-Exponate, Bilder und Texte einzupflegen, während fast zeitgleich das Interiour-Design der Ausstellung entstand. Über BIMx fanden Ausstellungs-Inhalte und Gestaltung virtuell zusammen. Lange vor dem realen Aufbau in der denkmalgeschützten Architektur von Professor Dieter Oesterlein, konnte "Dimensionen des Welterbes" bereits im Entstehen als 3-D-Animation besichtigt oder Entscheidungsgremien präsentiert werden…. Ein schöner gemeinsamer Erfolg!

Mit herzlichem Glück Auf!
Ulrich Reiff
Kulturhistoriker M.A......"

 

Leistungen

BIMx

Visualisierung

Virtualisierung

Exhibition

Info

Realisation:
2013

Kunde:
Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft

Ausstellungs-Kurator:
Ulrich Reiff | Goslar

Ausstellungskonzeption/
Grafikdesign:
fischhase | Hannover

Ausstellungskonzeption/
Raumkonzept:
Formverbund | Oliver Hess, Hannover

Illustrationen:
Jan Bintakies | Hannover

Fotos:
Ralf Mohr | Hannover

BIMx-Fotos:
Formverbund | Oliver Hess, Hannover

Umsetzung:

pg-lab | Hannover
kaether & weise